Zusammenfassung Spezialprojekt GraeserDie traditionelle landwirtschaftliche Bewirtschaftung ist seit jeher eng an die Jahr für Jahr unterschiedliche Naturentwicklung gekoppelt. Die Beobachtung und auch das Notieren von Entwicklungszuständen in der Natur, wie der Beginn der Obstbaumblüte, der Einzug der Schwalben, oder das Eintreten der Mahdreife von Wiesen und der Vergleich mit vergangenen Jahren war nicht selten fixer Bestandteil des bäuerlichen Alltagslebens. In der aktuellen landwirtschaftlichen und ökologischen Praxis verliert dieses ehemals selbstverständliche Wissen um phänologische Zusammenhänge des "Naturkalenders" leider zunehmend an Bedeutung. Als Folge werden z.B. wesentliche Zusammenhänge von Wiesenreifezuständen mit Kriterien wie Höhenlage, Klimagradienten und Witterung nicht immer ausreichend mitberücksichtigt.
Mit dem gegenständlichen Projekt soll ein wichtiger Impuls zur Neubelebung der alten bäuerlichen Tradition der phänologischen Naturbeobachtung durch Bereitstellung von Materialien zu Bewirtschaftungszeitpunkten und Naturentwicklung im Grünlandbereich geleistet werden. Die Arbeiten liefern wichtige Grundlagen für ökologisch-landwirtschaftliche Fragestellungen bzw. für die Vergabe von Schnittzeitpunktauflagen im Vertragsnaturschutz. Gleichermaßen können sie für die Ausrichtung von Pflege- und Managementmaßnahmen, Nachbetreuungen von Betrieben im ÖPUL oder themenverwandten Bildungsaktivitäten (z.B. Natur- und Landschaftsführer-Lehrgänge, etc.) herangezogen werden.
Die Zielsetzungen wurden nicht zuletzt durch erstmalige Generierung und Bereitstellung von bundesweiten phänologischen Karten zu wichtigen Phänostufen ausgewählter Wildgrasarten erreicht. Daneben erfolgte die Einrichtung einer Beobachterplattform zu Wildgrasarten im Internet, sowie die Aufbereitung und Darstellung von phänologischen Zusammenhängen. Zur Verbesserung der Datenlage und Absicherung entwickelter Szenarien wurden Kartierungen des Ährenschiebens / Rispenschiebens bzw. nachfolgender Phänostufen ausgewählter Leitgräser auf Bundesebene durchgeführt. Nach einer statistischen Auswertung der Rohdaten und multipler Regressionsanalyse wurden verschiedene Phänostufen als österreichweite Kartendarstellungen modelliert. Dies erfolgte auf Basis erster Näherungskarten verfügbarer Datengrundlagen von Organisationen wie der Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, der BAL Gumpenstein und mehrjähriger Arbeiten der Büros LACON und STIPA. Erstellte Karten und Auszüge der Bearbeitungsergebnisse sind im Internet abrufbar: Die Mittelwertkarte zum Ährenschieben / Rispenschieben 2006 ist in das Geodatenportal der österreichischen Bundesländer unter www.geoland.at als eigener Layer eingebunden. Ergebniskarten und Auszüge der Bearbeitungsergebnisse sind auf diesen Seiten online verfügbar.
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