Phänologie ist die Lehre von den Erscheinungen. Sie befasst sich mit den regelmäßig wiederkehrenden Entwicklungs- und Wachstumsserscheinungen von Tieren und Pflanzen im Jahresablauf. Der Zeitpunkt an dem diese Entwicklung stattfindet mag unterschiedlich sein, Ereignis auf Ereignis folgt jedoch in konsequenter Regelmäßigkeit. Perfekt lässt sich das direkt vor dem Klassenzimmer beobachten, am schuleigenen Naturkalender, der 10-Jahrezeitenhecke.
Kaum zu glauben, wie sich das Erscheinungsbild der 10-Jahreszeitenhecke über das Jahr hinweg verändert. Da kann man leicht einmal den Überblick verlieren. Die Phänoscheibe hilft ihn zu bewahren und gibt darüber hinaus Auskunft in welchen Monaten wir nach bestimmten Naturphänomenen Ausschau halten sollen.
Und so funktioniert es: Langsam mit der Maus über die Scheibe fahren. Die Farbe der Hecke ändert sich entsprechend der Jahreszeit. Die unterschiedlichen Farbaspekte der Hecke ergeben sich durch Blüte, Laub und Früchte. Wer mehr über die jeweilige Jahreszeit erfahren will klickt das entsprechende Tortenstück an.
Vorfrühling |
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Blühbeginn von Schneeglöckchen, Hasel & Co. Einmal schon im Februar, dann wieder Stehzeiten bis weit in den März. Je nach Schneebedeckung und Wärmesummen purzeln die Blühzeitpunkte nur so durcheinander. So kann man nie genau sagen wann der Vorfrühling durchstartet. Aber dass er durch die Blüte des Dirndls oder der Hasel gekennzeichnet ist, darauf kann man sich verlassen.
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Erstfrühling |
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Der Erstfrühling hat eine weiße Weste. Blühbeginn von Birne, Schlehe oder Vogelkirsche zeugen vom Beginn der neuen Jahreszeit. Wer nach anderen Zeigern sucht, wird z.B. bei der Vogelbeere fündig. Ihre beginnende Blattentfaltung ist ein eindeutiges Indiz für den Einzug des Erstfrühlings. |
| Vollfrühling |
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Im Vollfrühling geht die Vegetation in die Länge. Mit einer geballten Ladung Pflanzenmaterial werden die Winterreserven mobilisiert. Die meisten Gehölze beginnen mit der Laubentfaltung und die Wiesenvegetation zeigt ihre volle Leistungsfähigkeit. Das ist die Zeit der gesicherten
Nahrungsbasis für viele Tierarten. Auch die Hauptmasse der Zugvögel trifft bei uns ein.
Es erfolgt aber auch die nächste Blühwelle, die von weiteren Vertretern der Rosengewächse
geprägt wird. Kennzeichnend sind Apfel, Felsenbirne, Stein-Weichsel und Zwerg-Weichsel,
deren weiße Kronblätter sich vor dem hellen Grün ihrer jungen Laubblätter deutlich abheben.
Etwas später entfalten Felsen-Kreuzdorn, Berberitze, Warziger Spindelstrauch und Pimpernuss ihre Blüten. |
| Frühsommer |
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Obwohl die Tagestemperaturen noch weiter kräftig ansteigen, beginnt sich die Natur nach den stürmischen Frühlingsphasen langsam zu beruhigen. Zumindest in akustischer Hinsicht. Reviergesänge in der Vogelwelt hört man nurmehr selten. Eine andere "laute" Tiergruppe ist in ihrer Entwicklung noch nicht weit genug. Gemeint sind natürlich die Heuschrecken.
Wenn die nämlich laut werden, ist der Frühsommer bereits vorbei! |
| Hochsommer |
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Herrlich warme Tage mit viel Sonne. Man könnte meinen, das ist die Saison, in der die Natur ihre maximale Produktivität erreicht. Die Realität sieht anders aus. Ganz unmerklich schränken viele Pflanzen das Wachstum ein. Die Assimilate werden weniger in Pflanzenmasse investiert, sondern vermehrt eingelagert. Die "Buntheit" der Vegetation hat stark abgenommen. In dieser Jahresphase blüht nur noch ein knappes Zehntel der heimischen Arten. Die Mehrheit beschäftigt
sich bereits mit der Fruchtreife. Das spiegelt sich auch in der 10-Jahreszeitenhecke wider, in der nur noch der "Nachzügler" Liguster, als letzte der 10 Arten mit weißen, pyramidenförmig angeordneten Blüten vertreten ist. Dafür tut sich auf Seiten der Fruchtbildung schon was. |
| Spätsommer |
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Die erste Welle reifender Früchte ist vorbei, die gehört dem Hochsommer.
Akustisch sind die Reviergesänge der Heuschrecken nach wie vor nicht zu überhören. Sonst wird "die Sprache der Natur" immer weniger blumig. In den Wiesen blühen nur mehr letzte Spätzünder. Und der Volksmund spricht: "Ist die Eberesche rot, ist der Sommer tot". Gut beobachtet. Die beginnende Fruchtreife markiert nämlich den Beginn des Spätsommers.
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Frühherbst |
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Der Herbst bedeutet neben dem geringer werdenden Strahlungskonsum auch noch Vorbereitung auf eine ungünstige Wintersaison. In der Natur sind die kürzer werdenden Tage im Frühherbst der Taktstock für das beginnende Einwintern, Speck anlegen und Vorbereiten auf das entscheidende Phänomen Frost. Daneben sind zahlreiche Gehölze noch mit der
Fruchtreife beschäftigt. |
Vollherbst |
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Gegen Ende der Vegetationsperiode zeigt sich die Natur noch einmal in besonders imposanten Farben. Die haben jedoch keine ökologische Funktion wie bei der Blüte oder Fruchtreife. Sie sind vielmehr eine Begleiterscheinung des Alterns und allmählichen Stillstandes des Stoffwechsels vor der winterlichen Vegetationsruhe. |
Spätherbst |
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Die vorletzte natürliche Jahreszeit ist durch ein Phänomen geprägt. Das Fallen der Blätter. Da in der Natur Verschwendung sehr selten ist, werden die verwertbaren Inhaltsstoffe der Laubblätter rechtzeitig in den Pflanzenkörper zurückgeführt und dort gespeichert. Dann können die Blätter fallen. Im Winter wäre ein Wasser verdunstendes Laub ohnehin nur eine Belastung. Und auch in der 10-Jahreszeiten-Hecke lichtet sich die Reihe. Dirndl-Strauch und Hasel verlieren nun das Laub, während ihre Blütenanlagen Wintergröße erreicht haben: die Kätzchen der Hasel sind deutlich erkennbar und der Dirndl-Strauch hat auffällige Blütenknospen angelegt, die kugelrund sind. |
Winter |
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Die letzten Bäume verlieren ihr Laub. |