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Pielachtaler Aufschnoat'n

Das Naturevent am Gelände des Steinschalerhofes und am Goasbichl

Das niederösterreichische Naturschutz-Event des heurigen Jahres hat sich ganz dem traditionellen Gebrauch der heimischen Gehölze verschrieben. Die aussterbende Schneitelwirtschaft, die Anlage und der Erhalt der Heckenlandschaft und die Verwendung einzelner Gehölze als "Speiselaubbäume" stehen im Zentrum der Veranstaltung. Und wie jedes Jahr erwarten sie allerlei Überraschungen, G´schichterln, Experimente und natürlich jede Menge Natur!

Einen kleinen Rückblick zum Aufschnoat´n mit Fotos gibt´s im Forum




Wann? 3. September 2006
Wo? Steinschalerhof in Warth, Rabenstein an der Pielach www.rabenstein.gv.at
Beginn:12:00 Uhr


Das Auschnoat´n

Wenn man nicht das Glück hat, in einer voralpinen oder alpinen Gegend aufgewachsen zu sein, kann man mit dem seltsamen Begriff wahrscheinlich kaum etwas anfangen. Dabei ist die Tätigkeit des „Schnoatens“ wahrscheinlich so alt wie die planmäßige Viehzucht. Hochsprachlich als „Schneiteln“ bezeichnet ist es die Entnahme von Futterlaub aus Bäumen und Sträuchern und steht in engem Zusammenhang mit der Futterknappheit in ertragsschwachen Gebieten. Zu den typischerweise für die Schneitelwirtschaft herangezogenen Baumarten zählt die Esche. Die Schnoateschen oder Stümmeleschen sind wegen ihrer Langlebigkeit noch heute eine malerische Ausstattung der Kulturlandschaft im Gebirge.


Warum das heurige Naturschutzevent unseres Vereines mit der kräftigen Unterstützung der Naturschutzabteilung des Landes Niederösterreich ausgerechnet diese fast vergessene bäuerliche Tätigkeit in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt hat, liegt an der großen Bedeutung, die die nichtforstliche Holzbewirtschaftung im voralpinen Raum hat. Hecken, Säume, Weidewäldchen, Schneitelbäume, Kopfbäume - das alles sind Beispiele wie in der traditionellen Landwirtschaft der knappe Raum bestens und mehrschichtig ausgenutzt wurde. Schneiteln steht auch stellvertretend für die Speise- und Futternutzung von Laubgehölzen. Dabei stellt man sich wahrscheinlich die Frage, ob denn an den Laubbäumen irgend etwas essbar wäre. So unglaublich es auch klingt, aber in vielen unserer heimischen Baumarten stecken kleine, aber oft hoch aufragende Delikatessen. Junge Blätter der heimischen Winterlinde sind zum Beispiel ein köstliches Gemüse, das sogar roh ganz gut schmeckt und wegen der enthaltenen Schleimstoffe magenschonend und sättigend zugleich ist.


Schnoaten ist eine aussterbene bäuerliche Kulturleistung. In der Gegend von Rabenstein und im Tradigisttal gibt es noch Reste dieser Uralt-Tradition. Das Naturschutzfest am Steinschalerhof ( www.steinschaler.at)und am Geißbichel soll dazu beitragen, schnell noch ein wenig vom Geist dieser Pflanzenverwendung einzufangen.

Apropos Einfangen: Das können sie auch mit Heuschrecken und Grashüpfern im Rahmen einer geführten Wanderung mit den Pielachtaler Naturführern machen. Terrarienschau, Fangunterricht, Bestimmungshilfen und eine Spezialbetreuung mit Hans Peter Kollar inklusive.




Kranzlflechten und RGV Pflanzen heimtragen

Früher war das Binden von Pflanzen, das Flechten von Kränzen und Herstellen von Blumengebinden eine Tätigkeit die jedermann (noch häufiger jede Frau) beherrschte. Heute schaffen es die meisten gerade noch, einen einfachen Zopf zu flechten! Pflanzen als Körperschmuck kommen uns heute exotisch vor und wir denken an Indien oder die Südsee. Dabei gab und gibt es eine uralte heimische Tradition im Anfertigen von Blumengirlanden, Haarschmuck aus Pflanzen, Ansteckern und Kränzen. Doch das Binden und Winden, das Flechten und Knüpfen, das Stecken und Eindrehen will gelernt sein. Haben sie eine Idee wie man sich ein Armketterl aus Gänseblümchen fertigt? Ganz ohne Zwirn oder Schnur (und schon gar ohne Kunststoff)? Früher konnte das jedes Kind, heute muß man schon über 60 Jahre alt sein um es noch zu wissen. Die Gute Nachricht ist, dass man es wieder erlernen kann.

Beim Naturschutzevent in Warth gibt Dani Längauer praktische Vor- und Einführungen in die Kunst des Bindens von Blumenkränzen und Girlanden.






Natürlich gibt´s wie bei jedem Naturschutzevent der letzten Jahre wieder Pflanzenverkauf aus Beständen der Regionalen Gehölzvermehrung RGV.

Da unsere heurige Veranstaltung im Dirndltal stattfindet, gibt es dementsprechend auch einen Schwerpunkt auf Dirndl und andere Hartriegel. Vor Ort anwesend wird unter anderem die RGV Partnerbaumschule Alfred Amon mit dem Chef persönlich sein, der ihnen bei allen Fragen rund um die heimischen Gehölze zur Seite stehen wird.








Geführte Wanderung an den Hängen des Geißbichl

Heimlichen Besonderheiten des Geißbichl offenbaren sich Ihnen, wenn sie an der geführten Wanderung mit den Pielachtaler Naturführern teilnehmen. Was sie in Begleitung der kundigen Führer alles an den Hängen des "1000-Dirndl-Berges" erwartet, bleibt noch ein wenig unser Geheimniss.

Sie sollten sich die Runden aber auf keinen Fall entgehen lassen. Eines wird schon jetzt verraten. Gestartet wird am Veranstaltungsplatz mit einer Oldiebusfahrt, "shutteln" wie in den Fünfzigern garantiert.

Der Weg selbst ist außer einem kleinen steileren Anfangsstück leicht zu gehen, festes Schuhwerk ist aber auf jeden Fall zu empfehlen.



Und heuer erstmals auch eine geführte Moutainbike-Tour !

Wer nicht gerne zu Fuß marschiert und lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist, kommt heuer erstmals ebenfalls in den Genuß einer geführten Tour mit kundiger Begleitung. Die Strecke ist rund 11,5 km lang, überwindet bergauf rund 350 Höhenmeter und ist leicht zu fahren (siehe Streckenprofil). Ein Mountainbike ist aber auf jeden Fall notwendig, da es über unbefestigte Fahrwege und schmälere Wanderpfade geht. Bittte unbedingt eigenes Fahrrad und Ausrüstung mitnehmen!

Wer bei Mountainbiketour mitmachen möchte, muß sich unbedingt anmelden, ein kurzes email mit Angabe der Personenanzahl an folgende Adresse reicht dabei völlig aus.

office@naturbegleiter.at


Programmkarte und Plakat zum Download

Was sich alles am Steinschalerhof und am Geißbichl abspielen wird, erfahren sie aus der nachfolgenden Programmkarte, die sie als .pdf Datei herunterladen können. Gleiches können sie auch mit dem Veranstaltungsplakat anstellen.

Weiterleitung an Freunde, Verwandte und Naturinteressierte ausdrücklich erwünscht!

Programmkarte (pdf-File, 856 kB), Plakat (pdf-File, 869 kB)





Anreise mit der Mariazellerbahn oder mit dem Auto:

Das Veranstaltungszentrum, der Steinschalerhof, liegt im Süden von Rabenstein an der Grenze zu Kirchberg. Der Ortsteil heißt Warth. Wenn Sie mit dem Auto anreisen, erreichen Sie den Steinschalerhof am besten über die Autobahn A1, Ausfahrt St. Pölten - Süd (km 58), nach rechts (B20 - Richtung Lilienfeld). Bei der 2. Ampel (Kreuzung in Spratzern) nach rechts ins Pielachtal - (B39) Richtung Obergrafendorf - Kirchberg. Der B39 ca. 20 km folgend bis Warth (ca. 3 km nach Rabenstein, aber noch ca. 2 km vor Kirchberg) bei der einzigen Kreuzung in Warth (nicht Bahnhofszufahrt) nach links. Gleich nach der Kreuzung ist linker Hand ein ovales grünes Schild: "Steinschalerhof".

Wenn Sie mit der Bahn anreisen, erreichen Sie den Steinschalerhof über die Westbahn mit umsteigen in St. Pölten und weiter mit der Mariazellerbahn www.mariazellerbahn.at - Fahrplan 115) bis Station Steinschal - Tradigist. Nach dem Aussteigen gehen Sie ca. 150 m weiter in Fahrtrichtung Mariazell. Dann nach rechts ca. 50 m bis zum Veranstaltungsplatz.







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